Kettenreaktion: Schluss mit Atomkraft!!
Wir, die Grüne Jugend Gifhorn, haben uns am Samstag den 24.4. nach Brokdorf begeben, um an der 120Km langen Menschenkette vom AKW Krümmel durch Hamburg, über Brokdorf nach Brunsbüttel teilzunehmen.
Wir wollten ein deutliches Zeichen setzen gegen Atomkraft. Es reicht, diese Schandtechnologie hätte nie ans Netz gehen dürfen, und es wird Zeit, dass die Reaktoren so schnell wie möglich abgeschaltet werden!
„Stellt euch mal vor, wie lange der Müll strahlt!“, entrüstet sich Svenja, „Hätten die Steinzeitmenschen damals damit angefangen, würden wir noch heute mit dem Müll kämpfen!“
Die dreistündige Hinfahrt ab morgens um 9.00 Uhr im „Naturstrom-Express“ verging wie im Flug. Zunächst war da die Anspannung und Vorfreude auf das, was wohl kommen würde. Dann ergaben sich immer wieder hitzige Diskussionen: Egal ob über Stromanbieter wechseln, verbandsinterne Fragen oder über den vermeintlichen „Verrat der Grünen“, den wir von einem MLPD Vertreter vorgeworfen bekamen. Angekommen in Itzehoe wurden wir mit Shuttlebussen nach Brokdorf transportiert. Dort suchten wir uns in der scheinbaren Idylle auf dem Damm zwischen Schafen einen Platz in der Kette. Sowohl das AKW Brokdorf als auch das AKW Brunsbüttel waren von dort aus zu sehen, was uns noch mehr in unserem Aktionismus bestätigte. Wir fragten uns immer wieder, wie die Menschen hier so ruhig zwischen diesen zwei Pannenmeilern leben könnten?
Als die Kette in Aktion trat waren überall gelbe Anti-Atom Fahnen zu sehen und die Spannung, wie weit die Kette wohl dicht war, wuchs. Als dann endlich ein Radfahrer mit Megafon verkündete, dass wir komplett geschlossen sein und die Gegner_innen in Hamburg sogar vierreihig standen, brandete eine Welle der Begeisterung in uns auf: Es waren wirklich über 120 000 Menschen allein in Norddeutschland auf die Straße gegangen!
Anschließend begaben wir uns in einem einstündigen Fußmarsch über den Deich zur Kundgebung direkt vor das AKW Brokdorf, wo wir die Grüne Jugend Braunschweig trafen, uns nach einem kurzen Plausch aber leider schon wieder zurück zum Bus begeben mussten, um danach mit dem Zug aus Itzehoe nach Hause zu fahren. Am Bahnhof wurde aber erst noch eine Runde mit Livemusik gefeiert. Einige schwangen sogar das Tanzbein.
Im Zug erfuhren wir dann, dass auch in Biblis 20 000 Menschen und in Ahaus 7 000 Menschen gegen Atomkraft protestierten. Jetzt war die Feierlaune perfekt! Im „Partywagen“ gab es Schokolade, Sekt und Saft und die Musikinstrumente wurden wieder ausgepackt. Im dichten Gedränge wurde getanzt und gesungen: „Sonne, Wasser, das ist unser Strom!“
Viel zu früh kamen wir gegen 22.00 Uhr in Braunschweig an. Überlegungen, ob wir bis Kassel weiterfahren und zurück trampen sollten, wurden angestellt? Naja, schweren Herzens haben wir uns von den anderen AKW Gegner_innen getrennt und noch einen lustigen Abend in einer kleinen Kneipe in Braunschweig verbracht.
„Atomkraft ist völlig überflüssig und verhindert nur den Ausbau der Erneuerbaren! Statt Laufzeiten zu verlängern und Förderungen zu kappen, sollte sich die Bundesregierung lieber mit dem von der Bevölkerung erwünschten Strukturwandel abfinden!“, fordert Erik.
Die Kette als Aktionsform hat eine
starke Symbolkraft, ist jedoch für die Aktivist_innen eher
unspannend. Wir bekamen wenig von dem, was um uns herum passiert mit
und mussten weit laufen, um zur Kundgebung zu gelangen.
Insgesamt
ist es aber trotzdem unglaublich motivierend, dass wir SO viele
waren. Wir haben einen spannenden Tag erlebt, viele nette Menschen
getroffen und eine diskussions- und feierreiche Zugfahrt mitgenommen!
Bei der nächsten Demo sind wir bestimmt wieder dabei!
Aktion zum Weltfrauentag
Weltfrauentag??? : Was ist das? Was soll das? Ich bin doch keine Frau!




